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à hiroshima

à hiroshima

Spielzeit (gesamt): 52:52
Aufnahmeverfahren: DDD

Interpret(en): Trio Ku Sayaka Yonekawa - Violine Noritaka Ito - Klavier Gaku Yamada - Gitarre

Komponist(en): Mayako Kubo, Helmut Zapf, Gabriel Iranyi, Daisuke Terauchi

19,80 EUR
incl. 19 % UST
exkl. Versandkosten

EAN: 4018262261127
Art.Nr.: kr10112

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Tracklisting:
Mayako Kubo
Wohin? (2010)
01 I. Teil
02 II. Teil
03 III. Teil

Helmut Zapf
04 Hou-Ou (2010)

Gabriel Iranyi
05 Blicke auf Hiroshima (2010)

Daisuke Terauchi
06 Three Sisters (2010)

Rezensionen:
"Ungewöhnliche Besetzungen als Ausdruck künstlerischer Notwendigkeit gibt es viele in der neuen Musik. Im Falle der vorliegenden CD suchte aber dreierlei Saitenspiel aus Geige, Gitarre und Klavier - das japanische Trio Ku - nach Komponisten. Ku ist der zenbuddhistische Begriff von Leere, und so natürlich, wie sich Wasser in einer Mulde sammelt, so frei und sicher entfalteten sich die Klang- und Formfantasien der vier auf dieser CD versammelten Komponisten aus Berlin und Hiroshima. Und bei jedem von ihnen auf eigene Weise.
Die Kompositionen sind 2010 in Auftrag gegeben worden, aus Anlass des 65. Jahrestages des Atombombenabwurfs über Hiroshima. Mayako Kubo weiß, dass dem Grauen von Hiroshima mit menschlichen Mitteln nicht beizukommen ist, aber sie fragt Wohin?, so der Titel, es gehe mit einer Welt, in der Derartiges möglich ist. Sie fragt es mit Anfangen, mutigen wie törichten, ganz gemäß dem Leben, und mit Abbrüchen und melancholischen Einbrüchen, mit einer großen Vielfalt von Mitteln - die das Trio mit Leichtigkeit darzustellen weiß.
Helmut Zapf tastet sich in Hou-ou - der japanische Phoenix - von den möglichen Duo-Kombinationen des Ensembles zum vollen Trio vor und setzt so das Bild des in neuer Gestalt seiner Asche entsteigenden Märchenvogels als imaginäre Filmmusik um. Zapf gelingt es, mit auf allen Instrumenten angewandten fortschrittlichen Spieltechniken ein kontinuierliches Klangspektrum von gestrichenen, geschlagenen und gezupften Saiten zu schaffen und leistet so seinen Beitrag, einer neuen Gattung Erfahrungstiefe zu verschaffen. Gabriel Iranyi kommt mit seinen Blicken auf Hiroshima dem Unfassbaren in der Sprache düsterer Expression am nächsten und verleiht mit tiefsinnigen Kantilenen der Kunde von Trauer und Aufruhr würdigsten Ausdruck. Die konzentrierte und nur von wenigen Klangballungen erschütterte Anmut der zauberhaften Dissonanzen - Komplikationen der Einfachheit - lässt Tugenden der Musik Anton Weberns oder Morton Feldmans in neuer Gestalt aufleben.
Die Recital-CD wird durch die dramaturgisch klug geordnete Vielfalt zum eigenen Werk. Den Abschluss macht die angesichts des Ernstes der anderen Stücke gelegentlich frivol scheinende Collage Three Sistersvon Daisuke Terauchi aus Musik von Chopin, Ysaye und Mauro Giuliani (einem Gitarrenkomponisten des frühen 19. Jahrhunderts). Erst der plötzliche Abbruch am Schluss bringt das Bild der mitten im
Tanz aus dem Leben gerissenen Stadt Hiroshima in Erinnerung.
Mag die Gitarre in der klassischen Musik ein eher seltenes Instrument sein - in diesem Trio emanzipiert sie sich als gleich- und vollwertiger Partner, der in grauer Vorzeit aus denselben Wurzeln spross wie Geige und Klavier. Ein Ensemble aus drei Instrumenten, die sich nicht maßgeblich durch das Register, sondern durch Spielweise und Klang unterscheiden, sind das eigentlich Neue, das aber beim Kennenlernen dieser CD vollständiges Vertrauen und den Wunsch weckt, die Musikgeschichte hätte ein umfangreiches Repertoire dafür überliefert."
Matthias R. Entreß

Copyrighthinweis: zuerst erschienen in: Neue Zeitschrift für Musik 5/2013
Mit Genehmigung der SCHOTT MUSIC GmbH & Co. KG, Mainz – Germany